Diese saisonalen Events sind wirklich etwas Besonderes – und genau deshalb steckt auch ziemlich viel Arbeit dahinter. Auf Dauer ist es kaum realistisch, dass eine einzelne Person Ostern, Halloween und Weihnachten jedes Jahr komplett plant, umsetzt und dann auch noch die Durchführung betreut. Gerade wenn Halloween und Weihnachten so nah beieinanderliegen, kommt schnell eine sehr hohe Belastung zusammen. Eine Zeit lang funktioniert das gut, aber langfristig ist es verständlich, wenn das irgendwann nicht mehr alleine zu stemmen ist.
Natürlich gibt es dabei Helfer: Menschen, die Ideen einbringen, Texte schreiben oder Bilder erstellen. Das ist wertvoll und macht die Events oft erst so lebendig. Trotzdem bleibt ein großer Teil des Aufwands beim Einbauen und Umsetzen – und das ist häufig deutlich mehr Arbeit, als man von außen vermutet.
Mx würde dabei selbstverständlich mithelfen, und er hilft auch dort, wo Unterstützung nötig ist.
Wichtig ist aber auch der Blick auf die Rollenverteilung: Die Jahreszeiten-Events und ihr Wachstum sind historisch nicht aus Henrys Kernbereich heraus entstanden. Sein Schwerpunkt liegt vor allem in Programmierung und Grafik – und darin steckt seit über 22 Jahren ein riesiger Teil seiner Zeit und Energie für Simkea. Spielinhalte kamen, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, fast immer von anderen. Aktuell werden diese Inhalte von Karana ins Spiel eingebaut und gemeinsam mit ihm und kreativen Spielern erdacht.
Wenn man die eigenen Stärken kennt und es Menschen gibt, die andere Bereiche übernehmen, ist das an sich ein gutes System: Ideen können von denjenigen kommen, die gern kreativ konzipieren, und an der technischen Stelle wird dann dort unterstützt, wo es gebraucht wird. So entsteht Freiraum – und gleichzeitig bleibt die Qualität in den Bereichen hoch, in denen jemand besonders stark ist.
Als Karana dann nicht mehr dazu in der Lage war weiterzumachen, war eine direkte Übernahme zu diesem Zeitpunkt allerdings schwierig. Ein Event besteht nicht aus „einem Paket“, das man einfach weiterreichen kann. Es hängt in vielen unterschiedlichen Scripten – vereinfacht gesagt: in verschiedenen Dateien – und diese liegen nicht gesammelt in einem eigenen Weihnachtsevent-Ordner, sondern sind an mehreren Stellen in einem großen Simkea-Ordner bzw. der gesamten Struktur verteilt. Das macht es deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt.
Unterm Strich geht es also weniger um „ob jemand will“, sondern darum, wie viel Aufwand dahinter steckt, wie die Zuständigkeiten gewachsen sind und wie komplex die technische Einbindung tatsächlich ist.
Natürlich würde Henry die Events übernehmen, wenn Karana ihn darum bittet. In dem Fall würden sie aber voraussichtlich überschaubarer ausfallen – einfach, weil es enorm viel Zeit und Energie kostet, drei Mal im Jahr große Events nicht nur zu planen, sondern auch vollständig umzusetzen.
Henry ist dabei sehr bewusst, wie wichtig diese Events für viele sind und welche Tradition sie inzwischen haben. Sie würden also selbstverständlich nicht wegfallen. Sie wären nur wahrscheinlich deutlich kleiner und konzentrierter als in den vergangenen Jahren.
Das ist auch völlig in Ordnung, weil diese Event-Reihe – wie gesagt – nicht aus seinem ursprünglichen Aufgabenbereich heraus entstanden ist. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass ihm das Spiel weniger wichtig wäre. Ein Teil seiner Arbeit ist oft weniger sichtbar, weil sie im Hintergrund stattfindet: technische Verbesserungen, Stabilität, Komfortfunktionen oder Anpassungen, die das Spiel langfristig besser nutzbar machen. Das wirkt manchmal weniger „glänzend“ als ein großes Weihnachtsevent, kann aber genauso wichtig sein – etwa wenn man sich flüssiger über die Karte bewegen kann oder das Spiel insgesamt handytauglicher wird.
Kritik und Rückmeldungen sind grundsätzlich wichtig – gerade, weil sie zeigen, dass das Spiel den Leuten nicht egal ist. Gleichzeitig ist es bei Simkea so, dass alle, die mitarbeiten, das freiwillig in ihrer Freizeit tun und dafür keine Bezahlung erhalten. Die wichtigste „Währung“ ist am Ende tatsächlich Wertschätzung und ein respektvoller Umgang miteinander.
Deshalb ist es manchmal schwierig, wenn negative Kritik oder Unzufriedenheit sehr öffentlich und in einer Form geäußert wird, die schnell wie ein Vorwurf wirkt – auch wenn das gar nicht so gemeint ist. Verbesserungsvorschläge sind natürlich willkommen und können sehr hilfreich sein, besonders wenn sie konkret sind. Der Ton macht dabei oft den Unterschied: Feedback, das als Anregung formuliert ist, motiviert eher und lässt sich besser aufnehmen als Formulierungen, die Druck erzeugen.
Und ja: Hinter Frust steckt oft auch Liebe zum Spiel und der Wunsch, dass es weitergeht. Trotzdem ist die Frage berechtigt, was die Personen, die gerade versuchen etwas möglich zu machen, aus so einem Beitrag mitnehmen sollen. Wenn vor allem Druck und Enttäuschung ankommen, kann das eher demotivieren – gerade in einer Phase, in der ohnehin viel Arbeit vor ihnen liegt (zum Beispiel mit Blick auf das Osterevent).
So einen langen Beitrag wollte ich gar nicht schreiben, sorry.
;tldr behandelt Karana pfleglich, seid wertschätzend. Wenn er irgendwann alles nur noch aus Pflichtgefühl heraus macht, statt Motivation, ist er schneller weg, als ihr denkt.